Was bisher geschah

Nach dem Glätten mit der Poliermaschine sieht der Estrich sehr glatt aus. Mehrere Tage kein Betreten erlaubt!

Lieber Leser, ein knappes halbes Jahr ist vergangen seit dem letzten Beitrag. In dieser Zeit ist natürlich sehr viel auf der Baustelle passiert. In einer Art Zusammenfassung soll hier deshalb auf die Wichtigsten Fortschritte eingegangen werden. Ich versuche, einigermaßen auf der Zeitleiste zu bleiben…

Lüftung

Lüftung kommt angefahren

Dies war die erste größere technische Neuinstallation, die wir verbaut haben. Wir wollen ja nicht nur ein warmes Haus haben, sondern auch die Luft soll frisch und angenehm bleiben. Deshalb war eine Lüftungsanlage notwendig. Die aufbereitete Frischluft wird unter der Bühne und unter dem Technikplatz, welcher sich diagonal gegenüber der Bühne befindet, im Bodenbereich großflächig in den Raum abgegeben.
Es war ein größeres und nicht ganz einfaches Puzzlespiel, bis alle Rohre und Kanäle und Verbinder am Ort ihrer Bestimmung angebracht waren.

Fußbodenheizung

Alles verlegt, der Drucktest ist erfolgreich

Thematisch einher mit der Lüftung geht ja auch irgendwie die Heizung, hier insbesondere die Fußbodenheizung. Die nackte Bodenplattenoberfläche musste zunächst mal entsprechend vorbehandelt werden. Teeranstrich, Teerbahnen und mehrschichtige Isolationsgrundlage. Am Ende wurde ein kniffliges Labyrinth aus vielen vielen Schleifen gelegt. Wichtig dabei ist ja, dass jede Schleife ein Anfang und ein Ende hat, das letztlich beieinander liegt, das heißt man darf sich beim legen nie den Rückweg verbauen. Denn Rohr über Kreuz legen geht natürlich gar nicht!
Diese Aufgabe wurde in sehr kurzer Zeit gelöst und dann konnte man endlich das Einbringen des Estrichs planen, nachdem der Dichtigkeitstest ergeben hatte, das alles dicht ist.

Estrich

Der Estrich wird von Hand abgezogen und vorgeglättet

Der Estrich wurde von einer Firma in zwei Tagen “gelegt”. Draußen auf dem Parkplatz wurden in der Estrich-Mischmaschine alle Zutaten vermengt und in einem dicken Rohr ins Haus gepumpt. Dort entstanden lauter Maulwurfshügel, die dann von Hand eingeebnet, nivelliert und glattgezogen wurden. Ein riesen Sandspielplatz für zwei Tage…
Und nachdem der Estrich dann mit der Maschine eben angeschliffen war, sah der Boden schon richtig gut aus. Natürlich musste erst einmal ein mehrtägiges Zutrittsverbot für diesen Bereich ausgesprochen werden, damit der Estrich die erforderliche Härte fürs Begehen bekam. Nach einer Woche konnten dann wieder Gerüste aufgestellt und verschoben werden.

Ja, und als dann das Trocknungsprogramm mittels Fußbodenheizung gefahren wurde, hatten wir beinahe tropische Temperaturen im Saal. Die Arbeit wurde richtig anstrengend. Draußen Minusgrade, drinnen feucht und warm.

Bühne und Technikeck

Unterkonstruktion der Bühne. Ebenfalls aus Holz und Metall

Der nächste Teilausbau wandte sich dann der Bühne und dem gegenüberliegenden Technikeck zu. Die Bühne wurde in Holzbauweise erstellt, die Trittbretter der Stufen liegen allerdings auf einer stabilen Metallkonstruktion. Viel Überlegung wurde darauf verwendet, die Revisionsklappen und Versorgungsschächte so auszulegen, dass man später noch jederzeit Zugang bzw. Zugriff auf alle wichtigen Bereiche hat. Nachdem dann der Holzboden gelegt und alle Revisionszugänge eingearbeitet waren, wurde wieder Isolationsschicht gelegt und darauf dann wieder einige Schleifen Fußbodenheizung.
Nun war die Bühne fertig für den Estrich, allerdings gab es dann eine recht kalte Witterung mit deutlichen Minusgraden, weswegen der Estrich nicht sofort eingebaut werden konnte (Ist halt schlecht, wenn der Sandhaufen im Freien hart und eingefroren ist). Glücklicherweise ist es in der Woche vor Weihnachten nochmal milder geworden und die Gewerke haben alles dran gesetzt, und so konnte noch kurz vor Weihnachten der Estrich auf der Bühne aufgebracht werden. Das war top, denn so konnte über die Feiertage, wenn die Arbeit sowieso ruht, die Trocknungsphase ungestört laufen.

Der Technik-Arbeitsplatz wurde weitgehend in Holzbauweise fertig erstellt, so dass man dann schon erahnen konnte, wie es am Ende mal aussehen soll.

Akustikplatten

Anbringen der Akustikplatten an der Decke

Über den gesamten Zeitraum wurde bereits begonnen, Akustikplatten zu montieren. Zunächst an den Wänden, später dann an der Decke. Hier haben sich ein paar Leute sehr spezialisiert und ein Verfahren entwickelt, mit der man zu zweit die Platten über Kopf anbringen konnte. Es war schon erstaunlich, zu erleben, was diese Platten für einen Effekt haben, wenn zuvor der ganze Saal Hall ohne Ende hatte, und nun eine normale Unterhaltung ohne störendes Nachhallen möglich ist.
Mittlerweile sind sämtliche Akustikplatten angebracht, sie müssen nur noch geschliffen und dann noch überstrichen werden. Natürlich so, dass die Löcher nicht zugehen.

Küche und Foyer

Ein munterer Fliesenversatz lässt die Wand nicht so langweilig erscheinen

Hier hat sich einiges getan. Nachdem klar war, wo der Buchladen platziert wird, wurde der Windfang im Eingangsbereich des Gebäudes aufgelöst, so dass der Eingang deutlich geräumiger wurde. Der Buchladen bekam seine nach oben offenen Wände nebst der Vorbereitung für die Glasschließtür, die wir vom alten Buchladen übernehmen.

Es wurde jede Menge verputzt, Kanten gesetzt, gespachtelt, geschliffen und tapeziert. Wir haben jetzt sicher ein Dutzend Tapezierprofis, die in unermüdlicher Kleinarbeit Wände, Ecken, Überzüge, Säulen, Fensterlaibungen etc. tapeziert haben. Mittlerweile sind etliche Bereich auch schon gestrichen und – es sieht richtig gut aus!

In der Küche wurde, nachdem alle Elektro- und Wassinstallationen gelegt waren, alles wieder zugeputzt, Decke gespachtelt und die Wände entsprechend den behördlichen Vorgaben gefliest.

Überblick in den Saal von etwas weiter oben…

Vor zwei Jahren haben wir das Gebäude erworben und nun befinden wir uns im Endspurt. Natürlich gibt es Teilbereiche, die noch länger bis zur Fertigstellung benötigen werden. Die Arbeit wird uns also noch eine ganze Weile nicht ausgehen. Aber, wenn in wenigen Wochen der Boden gelegt ist, wird sich die Baustelle von jetzt auf nachher in ein schmuckes Gebäude verwandelt haben.

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